Deutscher Gewerkschaftsbund

Bayern

Gegen Rechts

Auf ihrer Bundesjugendkonferenz 2005 hat die DGB-Jugend beschlossen: "Wir fordern das Verbot aller faschistischen Organisationen und Parteien." Aus diesem Grund unterstützen wir auch ein Verbot der NPD. Der Hetze rechtsextremer Vertreter_innen in Parlamenten und in der Öffentlichkeit muss mit Argumenten und Aufklärung anstelle von Wegschauen begegnet werden. Denn schließlich ist Faschismus keine Meinung, sondern ein Verbrechen.

Mit verschiedenen Angeboten wollen wir Präventionsarbeit gegen menschenverachtende Einstellungen und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit leisten - mit der Vision einer solidarischen Gesellschaft, die Beteiligung und Rechte aller wahrt. Seit 1986 ist die Gelbe Hand Ausdruck unserer Arbeit gegen rechte Gewalt und für Gleichberechtigung aller Menschen.

Rechtsradikalismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Rassismus ist für uns als Gewerkschaftsjugend ein ureigenstes Thema. Wir organisieren (Bildungs-)veranstaltungen, Kampagnen und Aktionen, arbeiten in Bündnissen mit und engagieren uns wo es nur geht für eine demokratische Gesellschaft.

In Bayern organisieren wir jedes Jahr Gedenkveranstaltungen zur Reichspogromnacht in Dachau und Flossenbürg. Das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus und ein würdiges Erinnern stehen hierbei im Vordergrund. Am Jahrestag des Oktoberfestattentates halten wir durch eine Gedenkveranstaltung auch die Opfer faschistischen Terrors in jüngerer Vergangenheit im Bewusstsein.

Um rechter Gewalt und rassistischer Ausgrenzung auch heute zu begegnen, bieten wir jedes Jahr thematisch passende Seminare an. Die DGB Jugendsekretriate in den Regionen sind darüber hinaus aktiv bei Bündnissen und Protesten gegen Rechts vor Ort.

IG Metall-Bezirksleiter Wechsler: Alle demokratischen Parteien sollen sich an antifaschistischem Engagement beteiligen.

Die DGB-Jugend Bayern erinnerte am heutigen Sonntag in der KZ-Gedenkstätte Dachau zum 65. Mal mit einer Gedenkfeier an die Opfer des Nationalsozialismus. Hauptredner in diesem Jahr war Jürgen Wechsler, Bezirksleiter der IG Metall Bayern. Mit dem Motto "Erinnerung muss Leben" unterstrich die Gewerkschaftsjugend die Bedeutung von Erinnerungsarbeit für die Gestaltung einer menschenwürdigen Zukunft in unserer Gesellschaft.

Jürgen Wechsler betonte in seiner Rede die Bedeutung der Erinnerungskultur. In der KZ-Gedenkstätte Dachau sagte Wechsler am heutigen Sonntag: „Die Schicksale von über sechs Millionen jüdischen Opfern des Holocaust verpflichten uns dazu, auch folgenden Generationen den Blick zu schärfen. Nicht gedenken, nicht erinnern, heißt vergessen. Schlimmer noch: Es bedeutet, gleichgültig zu sein gegenüber dem, was geschehen ist. Das Erinnern daran muss uns aber helfen, die richtige Sprache zu finden, wenn alte und neue Nazis aktuelle Entwicklungen dazu nutzen, ihr menschenverachtendes Gedankengut wieder hoffähig zu machen.“

Wechsler rief alle demokratischen Kräfte zum Engagement gegen den Rechtsruck in Deutschland auf: „Der Einzug der AfD in den Bundestag und zuvor in viele Landesparlamente zeigt, dass es der extremen Rechten gelungen ist, wieder Fuß in unserer Gesellschaft zu fassen. Dagegen braucht es antifaschistisches Engagement, an dem sich alle Parteien des demokratischen Spektrums, von der Linkspartei bis hin zur CSU, beteiligen.“

Bei der Eröffnung der Gedenkveranstaltung ging Carlo Kroiß, Bezirksjugendsekretär der DGB-Jugend Bayern auf die Bedeutung des Gedenkens ein: "Wir wollen erinnern, damit die Schrecken der NS-Zeit niemals in Vergessenheit geraten und die Opfer und ihre Namen weiterhin präsent bleiben."

Aktuelle Entwicklungen bereiten der Gewerkschaftsjugend dabei große Sorgen. Geschichtsrevisionistische Äußerungen von Spitzenvertreter_innen der AfD, zeigten die manifeste Gefahr, die von dieser Partei ausgeht, so Kroiß: "Aus unserer Sicht bedeutet dies, dass wir in eine neue Phase des Streits um die Deutung der Geschichte eintreten und allen Versuchen entgegentreten müssen, deutsche Schuld zu relativieren oder die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus an den Rand zu drängen."

Auf dem Weg vom ehemaligen Appellplatz zum ehemaligen Krematorium stellten Ehrenamtliche der Gewerkschaftsjugend selbst recherchierte Biografien von Opfern des Nationalsozialismus vor.

Mit der Gedenkfeier anlässlich der Novemberpogrome 1938 erinnert die DGB-Jugend Bayern seit 1952 jährlich in der Gedenkstätte für das ehemalige Konzentrationslager Dachau an die Opfer des Nationalsozialismus.

WIR IM SOCIAL WEB