Deutscher Gewerkschaftsbund

Bayern

Pressemitteilung: Gedenkfeier in Dachau: „Erinnerung muss Leben“

IG Metall-Bezirksleiter Wechsler: Alle demokratischen Parteien sollen sich an antifaschistischem Engagement beteiligen.

Die DGB-Jugend Bayern erinnerte am heutigen Sonntag in der KZ-Gedenkstätte Dachau zum 65. Mal mit einer Gedenkfeier an die Opfer des Nationalsozialismus. Hauptredner in diesem Jahr war Jürgen Wechsler, Bezirksleiter der IG Metall Bayern. Mit dem Motto "Erinnerung muss Leben" unterstrich die Gewerkschaftsjugend die Bedeutung von Erinnerungsarbeit für die Gestaltung einer menschenwürdigen Zukunft in unserer Gesellschaft.

Jürgen Wechsler betonte in seiner Rede die Bedeutung der Erinnerungskultur. In der KZ-Gedenkstätte Dachau sagte Wechsler am heutigen Sonntag: „Die Schicksale von über sechs Millionen jüdischen Opfern des Holocaust verpflichten uns dazu, auch folgenden Generationen den Blick zu schärfen. Nicht gedenken, nicht erinnern, heißt vergessen. Schlimmer noch: Es bedeutet, gleichgültig zu sein gegenüber dem, was geschehen ist. Das Erinnern daran muss uns aber helfen, die richtige Sprache zu finden, wenn alte und neue Nazis aktuelle Entwicklungen dazu nutzen, ihr menschenverachtendes Gedankengut wieder hoffähig zu machen.“

Wechsler rief alle demokratischen Kräfte zum Engagement gegen den Rechtsruck in Deutschland auf: „Der Einzug der AfD in den Bundestag und zuvor in viele Landesparlamente zeigt, dass es der extremen Rechten gelungen ist, wieder Fuß in unserer Gesellschaft zu fassen. Dagegen braucht es antifaschistisches Engagement, an dem sich alle Parteien des demokratischen Spektrums, von der Linkspartei bis hin zur CSU, beteiligen.“

Bei der Eröffnung der Gedenkveranstaltung ging Carlo Kroiß, Bezirksjugendsekretär der DGB-Jugend Bayern auf die Bedeutung des Gedenkens ein: "Wir wollen erinnern, damit die Schrecken der NS-Zeit niemals in Vergessenheit geraten und die Opfer und ihre Namen weiterhin präsent bleiben."

Aktuelle Entwicklungen bereiten der Gewerkschaftsjugend dabei große Sorgen. Geschichtsrevisionistische Äußerungen von Spitzenvertreter_innen der AfD, zeigten die manifeste Gefahr, die von dieser Partei ausgeht, so Kroiß: "Aus unserer Sicht bedeutet dies, dass wir in eine neue Phase des Streits um die Deutung der Geschichte eintreten und allen Versuchen entgegentreten müssen, deutsche Schuld zu relativieren oder die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus an den Rand zu drängen."

Auf dem Weg vom ehemaligen Appellplatz zum ehemaligen Krematorium stellten Ehrenamtliche der Gewerkschaftsjugend selbst recherchierte Biografien von Opfern des Nationalsozialismus vor.

Mit der Gedenkfeier anlässlich der Novemberpogrome 1938 erinnert die DGB-Jugend Bayern seit 1952 jährlich in der Gedenkstätte für das ehemalige Konzentrationslager Dachau an die Opfer des Nationalsozialismus.

Tags:
Gegen Rechts, Politik und Gesellschaft

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